Tansanit

Der Tansanit

Herz und Verstand sind die Pole, die das menschliche Leben bestimmen. Die populärste Farbgruppe ist Blau und unter den blauen Edelsteinen birgt der Tansanit die wohl verheißungsvollsten Kräfte: Er bringt die Gefühlswelt in Ordnung und wird deshalb gerne den Menschen in die Hand (oder besser gesagt: an den Hals - warum, das erfahren Sie weiter hinten im Text) gegeben, die aus Enttäuschung, Trauer oder anderen Erfahrungen ihre angeschrammte Seele auf das Abstellgleis geschoben und beschlossen haben, nur noch der Zukunft zu gehorchen.

Es ist nicht selbstverständlich, dass zwischen den Eckpunkten Psyche und Ratio, die an die Pole eines Magneten erinnern, immer alles im Gleichgewicht ist. Zuviel Gefühl ist ebenso fatal wie ein Überdruss an nüchternem Kalkül. Der Edelstein, dem das ostafrikanische Land Tansania seinen Namen lieh, soll hier harmonisierend wirken und gleichermaßen von der Fessel der Depression befreien.

Schmuckstücke mit dem Edelstein Tansanit anzeigen

Auf Erfahrungen unserer Ahnen oder gar mittelalterlicher bis antiker Heilkundiger kann man allerdings nicht zurückgreifen, denn die blaue Schönheit wurde überhaupt erst vor gut 30 Jahren entdeckt und bald darauf als Jahrhundertfund im Edelsteinreich gefeiert.

Ein neues Mineral ist der Tansanit jedoch nicht, nur eine bisher einmalige Farbvarietät des Zoisit.

Das normalerweise aschgraue bis grünlich wasserhaltige Kalktonerde Silikat ist auch erst knapp 200 Jahre bekannt - der Erstfund stammt von der Kärntner Saualpe - und erhielt seinen Namen nach dem slowenischen Adligen Baron von Zois.

Die Ursache für das leuchtende Blau der Körner und Kristalle, die 1967 Edelsteinsuchern in den Merelani-Hills bei Arusha, im Norden Tansanias, ins Auge stachen, konnte von den Wissenschaftlern noch nicht restlos entschlüsselt werden. In einem ganzen Cocktail von metallischen Spurenelementen wird am ehesten dem Vanadium die blaufärbende Kraft zugesprochen. Übrigens sind schon etwas länger andersfarbige undurchsichtige und für Cabochons und Ziergegenstände sehr attraktive Abarten des Zoisits bekannt: der durch Mangan-rosa gefärbte Thulit und ein auffallend grünes mit dunklen Rubinen und schwarzer Hornblende gesprenkeltes Gestein.

Grund zum Jubeln gab es bei dem blauen Farbwunder von den ostafrikanischen Inselbergen vor allem deshalb, weil diese Kristalle überwiegend von makelloser Transparenz sind. Der Direktor des weltbekannten New Yorker Juwelierunternehmens Tiffany & Co., Henry B. Platt, machte den neuen Edelstein schnell berühmt und der von ihm gegebene Name Tansanit - weil ihm "blauer Zoisit" zu sehr nach "Suizit" und damit abschreckend klang - hat sich trotz seiner fehlenden Anerkennung durch die Fachmineralogen längst unter den  Schmuckfreunden etabliert.

Sah es zunächst danach aus, als ob das sensationelle Vorkommen bald erschöpft sein würde, was die Preise entsprechend in die Höhe trieb, so kommt seit Anfang der 90er Jahre ausreichend Rohmaterial auf den Markt. Es konnten weitere Fundstellen im Ursprungsland, wie etwa die eiszeitlichen Schotter von Ol Bill, aufgetan werden. Vor allem an 20 bis 50 Karat schweren Steinen von intensiver Farbe herrschte kein Mangel. 780 Gramm Gewicht erreichte der größte Naturkristall, der sich bei einem Idar-Obersteiner Spezialisten befindet. Nur bei kleiner, kalibrierter Ware übertrifft die Nachfrage das Angebot.

Übrigens werden die meisten Rohsteine einer Hitzebehandlung unterzogen, die oft auftretende braun-gelbe Partien in den Kristallen verschwinden lässt. Bei 550 Grad Celsius schlägt dieser Farbton in Blau um - ein handelsübliches Verfahren, das allerdings einschlussfreihe Rohsteine erfordert.

Die hervorragende Klarheit des Tansanits rief von Anfang an nach dem Facettenschliff, obwohl zwei Kriterien dabei Probleme aufwerfen. Das eine ist die nicht gerade überwältigende Härte von 6 - 7 (Mohs), die damit etwas unter der des Quarzes liegt, so dass die Facettenkanten nach jahrzehntelangem Tragen abstumpfen und die Tafelflächen Kratzer aufweisen können.

Um diesen Empfindlichkeiten zu begegnen, eignet sich der Tansanit am vorzüglichsten zum Hals-, Ohr- oder Ansteckschmuck. Bei der Verwendung als Ringstein sollte er möglichst nicht über die Fassung hinausragen.

Die andere Erschwernis liegt in der vollkommenen Spaltbarkeit in eine Richtung, mit der schon die Schleifer zu kämpfen haben. Zugleich wurde aber auch die Fantasie angeregt, vor allem Idar-Obersteiner Schliffkünstler schufen interessante Kreationen, die sich fächer- und treppenartig in Szene setzen.

So kann bereits in der Form der Hinweis auf den Gefühlsstein und seine ausgleichende Wirkung enthalten sein. Das tiefere Geheimnis jedoch liegt im Purpurhauch, mit dem sich der Tansanit beim Bewegen zu umhüllen scheint. Die Eigenwillige Bemerkung des Farbkundlers Derek Jarman in seinem Werk "Chroma", dass Blau das Blut der Empfindlichkeit sei, klingt nirgends so schlüssig, wie für diesen Edelstein und seine Kräfte. Experten nennen die verborgene Mehrfarbigkeit Pleochroismus. Beim blauen Zoisit zeigen optische Spezialgeräte in allen drei Kristallrichtungen eine andere Farbe: Saphirblau, Purpur und Gelb-Braun.

Gemmologie des Tansanit

Chemische Zusammensetzung: Ca2Al3 (O/OH/SiO4/Si2O7) Calcium-Aluminium-Silikat
Mohs -Härte: 6,75 - 7
Dichte: 3,35
Lichtbrechung: 1,691 - 1,700
Doppelbrechung: - 0,009
Pleochroismus: sehr stark : purpur, saphirblau, hell grünlichbraun oder gelb

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