Monogramme und Wappen im Trend

05.11.2013

Tradition ist wieder gefragt! Familienringe mit Monogramm und Wappen in Edelstein gewinnen wieder an Beliebtheit. Was macht den besondren Reiz dieser "Klassiker" aus und wie werden diese hergestellt?

Ringe mit Monogramm- oder Wappengravur wurden bei uns in der Vergangenheit besonders im Frühjahr zur Konfirmationszeit nachgefragt - zu diesem Anlass schenkt man gerne Familienringe - und natürlich auch vor Weihnachten. Seit kurzem hat sich das verändert. Das Interesse ist deutlich angewachsen. Durchgehend von Januar bis Dezember haben wir regelmäßig Anfragen nach solchen Ringen, sowohl für Herren als auch für Damen, wobei ca. 80 % mit Wappen und 20 % mit Monogramm graviert werden. Man könnte daraus schließen, dass Dinge wie Tradition, Familie und zeitlose Werte an Bedeutung gewonnnen haben. Siegelringe gehören seit Jahrhunderten zur Familienkultur und stehen als eine Art Bindung zwischen den Generationen.
Dieser Schmuck ist keine Serienfertigung, kein schnellebiger "Markenartikel", kein Schmuckstück "von der Stange". Jedes Teil wird individuell für den Träger/die Trägerin angefertigt und graviert. Jeder Ring ist damit ein Unikat und von emotionalem Wert.

Welche Steine eignen sich?

Am meisten nachgefragt sind Lagenonyx (blau/schwarz), den es in verschiedenen Farbstufen gibt. Hier kommt der Kontrast der Gravur am deutlichsten zum Ausdruck und wirkt optisch sehr schön. Für Offiziersringe oder Abitur-Ringe haben wir auch schon Modelle in Rot/Weiß, Grün/Weiß und Blau/Weiß angefertigt. Außerdem werden Steine wie Lagencarneol, Heliotrop und Lapislazuli für Gravuren verwendet.

Graveure sind Künstler, ähnlich wie Maler ...

Alle Gravuren entstehen in Handarbeit. Graveure sind ohne Zweifel Meister ihres Fachs. Sie vereinen unglaubliches handwerkliches Können mit nahezu höchsten künstlerischen Werten. Manche Graveure stellen so hohe Anforderungen an Perfektion und Präzision, dass sie sich ihre Werkzeuge, welche "Geschirr" genannt werden - selbst herstellen. Handelsübliche Fräser laufen für den Zweck der Edelsteingravur einfach nicht rund genug. Bei der klassischen Wappengravur wird, anders als in der Goldschmiede, nicht der Fräser zu Ring, sondern der Ring bzw. zu gravierende Stein zu den mit bis zu 5000 Umdrehungen rotierenden Fräsern geführt. Die Gravur erfolgt übrigens absolut freihändig!

Aber wie funktioniert solch eine Gravur eigentlich? Eine Mischung aus Öl und Diamantpulver, wird mit Hilfe eines Federkiels immer wieder auf den Fräser aufgetragen. Sogar das Diamantpulver wird von den Graveuren selbst gemahlen. Das liegt daran, dass sogar das feinste Puver, welches im Handel erhältlich ist (Körnung 0,5 Mikron), nicht den Ansprüchen genügt, die die Graveure haben. Der Gravurvorgang selbst ist sehr zeitaufwändig. Bei reichhaltigen Gravuren von Wappen mit Helm, Helmzier und Helmdecken muss der Stein alle paar Sekunden gereinigt werden und immer wieder wird das Zwischenergebnis mit der Vorlage verglichen. Manchmal geht es nur um Zehntelmillimeter. Dazu kommt die Härte des Materials. Neben dem klassischen Lagenstein mit seiner Härte 7 werden oft auch Spinell, Turmalin und sogar Rubin und Safir graviert. Genau so wie die Genauigkeit ist also auch die Geduld eine Tugend, die für einen Edelsteingraveur unabdinglich ist.

Der Graveur behält sich dabei das Recht vor, unter strenger Beachtung der heraldischen Regeln und der eventuellen Kundenwünsche, jeder Gravur seine persönliche Note zu geben. Graveure sind Künstler, ähnlich wie Maler. Ihnen gelingt es, eine Vorlage, die manchmal in DIN-A4-Format vorliegt, auf einen kleinen Stein zu übertragen, der vielleicht nur die Größe von 10 x 9 Millimeter hat. Um dieses Können zu erlangen, bedarf es einer langjährigen Ausbildung, sehr viel Erfahrung und Geschick.

Meistens sind es Vorlagen von alten Familienwappen, die graviert werden. Heutzutage bestellen Kunden auch Berufssymbole, Stadtwappen und zum Teil selbst entworfene Embleme. Als Gravurvorlage selbst reicht ein Abdruck, eine Zeichnung, ein Foto oder eine Skizze.