Silberschmuck kann sich im Laufe der Zeit dunkel verfärben. Das ist zunächst einmal nichts Ungewöhnliches und kein Hinweis darauf, dass das Silber minderwertig oder der Schmuck fehlerhaft ist.

Manchmal tritt eine Verfärbung allerdings überraschend schnell auf: Ein Ring wird nur wenige Male getragen und zeigt bereits dunkle oder sogar nahezu schwarze Stellen. In seltenen Fällen kann die Verfärbung so stark sein, dass sich die Oberfläche mit einem Silberputztuch oder einem handelsüblichen Silbertauchbad nicht mehr vollständig reinigen lässt.

Doch warum passiert das überhaupt?

Warum läuft Silber an?

Sterling Silber besteht zu 92,5 % aus Feinsilber. Die übrigen 7,5 % bestehen überwiegend aus anderen Metallen, insbesondere Kupfer. Diese Legierung ist notwendig, weil reines Silber für viele Schmuckstücke zu weich wäre.

Silber reagiert jedoch mit bestimmten Stoffen aus seiner Umgebung. Besonders wichtig sind dabei schwefelhaltige Verbindungen. Reagiert Silber mit Schwefelverbindungen, kann sich an der Oberfläche dunkles Silbersulfid bilden.

Das Ergebnis kennen die meisten Menschen: Das ursprünglich helle Silber wird zunächst gelblich oder bräunlich, später dunkelgrau und kann unter entsprechenden Bedingungen sogar nahezu schwarz erscheinen.

Dieser Vorgang wird umgangssprachlich häufig als „Oxidieren“ bezeichnet. Chemisch präziser handelt es sich bei der typischen schwarzen Verfärbung von Silber vor allem um eine Sulfidierung.

Warum verfärbt sich Silber bei manchen Menschen besonders schnell?

Wie schnell Silberschmuck anläuft, hängt stark davon ab, welchen Einflüssen er ausgesetzt ist.

Eine wichtige Rolle kann die individuelle Zusammensetzung des Schweißes und des natürlichen Hautfilms spielen. Deshalb kann derselbe Silberring bei einer Person über Monate nahezu unverändert aussehen, während er sich bei einer anderen Person deutlich schneller verfärbt.

Auch Veränderungen der Hautchemie können eine Rolle spielen. Ernährung, Medikamente, körperliche Aktivität, starkes Schwitzen und verschiedene andere Faktoren können die Zusammensetzung des Hautfilms beeinflussen.

Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass die Haut selbst die alleinige Ursache sein muss.

Häufige Ursachen für ungewöhnlich starke Verfärbungen

Neben dem natürlichen Hautkontakt kommen zahlreiche äußere Einflüsse infrage:

  • Schweiß und individuelle Hautchemie

  • Cremes und Körperlotionen

  • Parfüm und Kosmetika

  • Desinfektionsmittel

  • Haushalts- und Reinigungsmittel

  • Chlor- und Schwimmbadwasser

  • Thermal- und Heilwasser

  • schwefelhaltige Substanzen und Dämpfe

  • bestimmte berufliche oder häusliche Chemikalien

  • längerer Kontakt mit Feuchtigkeit

Gerade wenn mehrere Faktoren zusammenkommen, kann Silber innerhalb erstaunlich kurzer Zeit sehr stark anlaufen.

Ist ein schwarz gewordener Silberring beschädigt?

In den meisten Fällen: nein.

Eine dunkle Oberfläche bedeutet zunächst nicht, dass das Schmuckstück unbrauchbar geworden ist. Häufig befindet sich die Verfärbung lediglich auf bzw. unmittelbar an der Metalloberfläche.

Entscheidend ist vielmehr, wie stark die Reaktion bereits fortgeschritten ist und ob zusätzlich eine Veränderung oder Beschädigung der Oberfläche stattgefunden hat.

Dementsprechend gibt es unterschiedliche Möglichkeiten der Aufarbeitung.

Stufe 1: Reinigung mit einem Silberputztuch

Bei leichten Verfärbungen reicht häufig bereits ein gutes Silberputztuch.

Durch vorsichtiges Reiben, gegebenenfalls mit einem leicht angefeuchtetem Tuch, werden die angelaufenen Bereiche entfernt und gleichzeitig wird die Oberfläche wieder aufgefrischt.

Bei polierten Schmuckstücken kann dadurch der ursprüngliche Glanz häufig schnell wiederhergestellt werden.

Stufe 2: Silbertauchbad

Bei stärkeren Verfärbungen kann ein handelsübliches Silbertauchbad helfen.

Dabei sollte man sich unbedingt an die Anwendungshinweise des Herstellers halten und das Schmuckstück nicht unnötig lange im Bad belassen.

Vorsicht bei Schmuck mit Edelsteinen, Perlen oder anderen empfindlichen Materialien: Nicht jedes Schmuckstück darf in ein Silbertauchbad gegeben werden. Insbesondere Perlen, Korallen, Opale und verschiedene andere empfindliche Materialien können durch chemische Reinigungsmittel beschädigt werden.

Im Zweifel sollte die Reinigung deshalb einem Fachbetrieb überlassen werden.

Stufe 3: Ultraschallreinigung

Eine zusätzliche Ultraschallreinigung kann Verschmutzungen aus schwer zugänglichen Bereichen entfernen.

Solche Geräte findet man nicht nur beim Goldschmied oder Juwelier, sondern häufig auch beim Optiker und manchmal sogar bei Discountern.

Auch hier gilt: Nicht jeder Edelstein und nicht jedes Schmuckstück ist für eine Ultraschallreinigung geeignet.

Und wenn Tauchbad und Silberputztuch nicht mehr helfen?

Bei außergewöhnlich starken Verfärbungen kann es vorkommen, dass ein Silbertauchbad und ein Silberputztuch nicht mehr ausreichen, um den ursprünglichen Zustand vollständig wiederherzustellen.

Dann muss das Schmuckstück professionell aufgearbeitet werden.

Je nach Zustand wird die betroffene Oberfläche zunächst mechanisch bearbeitet. Dabei kann es erforderlich sein, eine sehr dünne oberste Schicht des Metalls abzuschleifen bzw. abzutragen.

Anschließend wird die Oberfläche in mehreren Arbeitsschritten wieder geglättet und fachgerecht neu poliert.

Der entscheidende Unterschied zur einfachen Reinigung: Hier wird nicht nur versucht, die Verfärbung chemisch oder mit einem Putztuch zu beseitigen, sondern die angegriffene oberste Metallschicht wird mechanisch aufgearbeitet.

Ein fachgerecht aufgearbeiteter Ring kann danach wieder nahezu wie im ursprünglichen Zustand aussehen.

Wie kann man starken Verfärbungen vorbeugen?

Silberschmuck lässt sich nicht vollständig vor dem natürlichen Anlaufen schützen. Man kann den Prozess jedoch deutlich verlangsamen.

Wir empfehlen:

  • Schmuck vor dem Duschen und Baden abzulegen.

  • Silber nicht im Schwimmbad oder in Thermalbädern zu tragen.

  • Kontakt mit Reinigungs- und Desinfektionsmitteln möglichst zu vermeiden.

  • Cremes, Parfüm und Kosmetika zunächst einziehen bzw. trocknen zu lassen, bevor der Schmuck angelegt wird.

  • Schmuck nach starkem Schwitzen mit einem weichen Tuch abzuwischen.

  • Silber trocken und möglichst luftgeschützt aufzubewahren.

  • Die Oberfläche gelegentlich mit einem geeigneten Silberputztuch zu pflegen.

  • Das Schmuckstück rhodinieren lassen – eine Rhodinierung bietet einen sehr guten Schutz vor dem Anlaufen. Die Beschichtung kann sich insbesondere bei Ringen mit der Zeit abnutzen und bei Bedarf erneuert werden.

Schwarzes Silber ist nicht automatisch schlechtes Silber

Eine starke Verfärbung führt verständlicherweise schnell zu der Vermutung, mit dem Schmuckstück oder der Silberlegierung könne etwas nicht stimmen.

Das ist jedoch in aller Regel nicht der Fall.

Auch hochwertiges Sterling Silber 925 kann stark anlaufen, wenn es mit entsprechenden chemischen Verbindungen in Kontakt kommt. Wie schnell dies geschieht, hängt von den individuellen Tragebedingungen und den äußeren Einflüssen ab.

Sie sind unsicher, wie Ihr Silberschmuck gereinigt werden sollte?

Bei hochwertigen Schmuckstücken, starken Verfärbungen oder Schmuck mit Edelsteinen empfehlen wir, nicht mit verschiedenen Reinigungsmitteln zu experimentieren.

Gerne können Sie uns Fotos Ihres Schmuckstücks zur Begutachtung zusenden. Wir geben Ihnen anschließend eine Einschätzung, ob eine Reinigung ausreicht oder eine weitergehende Oberflächenbearbeitung erforderlich ist.

Skielka Designschmuck – Düsseldorf