Warum tragen Bischöfe Lila?

Purpur war immer die Farbe der Könige und der Herrscher. Heute weiß man, dass die alten Phönizier, die vor 1500 vor Ch. an den Küsten des Mittelmeeres gelandet sind, zu den ersten gehörten die lila Pigmente herstellen konnten und sie für Keramiken, Gewänder und Insignien verwendeten, für die sie so berühmt waren.

Damals war Lila eine schwer zu produzierende Farbe, da es die Extraktion einer kleinen Drüse einer Meeresschnecke, der Purpurschnecke erforderte, die in den lokalen Gewässern lebte. Aufgrund der hohen Herstellungskosten und des dunklen Lila Farbtons durften nur Könige Herrscher und der Klerus diese Farbe tragen.

Da Edelsteine schon immer als Farbstoff verwendet wurde, können wir vermuten, dass es in der Gegend keinen Amethyst gab. Sicherlich wäre es einfacher gewesen, etwas Amethyst für Farbe zu pulverisieren, als das Chromophor aus der Drüse einer Schnecke zu extrahieren.

Farben wurden schon immer mit Kulturen assoziiert und hatten verschiedene Bedeutungen in der östlichen und westlichen Zivilisation.

Die Griechen dachten, dass die violette Farbe von Amethyst einen Rausch verhindern könnte, weil sie der Farbe des Weins ähnelte. Tatsächlich ist der Name des Steins auf Griechisch "amethysos" und bedeutet "nicht betrunken".

In den Tagen des Römischen Reiches wurde die Farbe verwendet, um Würdenträger mit der traditionellen Heraldik zu bekleiden, um Gerechtigkeit, königliche Majestät und Souveränität anzudeuten.

In der traditionellen chinesischen Kultur symbolisierte Violett Göttlichkeit und Unsterblichkeit und heute wird die Farbe verwendet, um Liebe und Romantik darzustellen.

Innerhalb der katholischen Kirche dienen Farben auch dazu, verschiedene Ebenen der Hierarchie zu identifizieren. Der Papst trägt Weiß, Kardinäle tragen Rot und Bischöfe tragen Violett oder Magenta. Traditionell trugen katholische Bischöfe aus verschiedenen Gründen lila. Als Fürsten der Kirche trugen sie lila, weil auch sie sich gleich stellten mit Königen. Es wurde auch gesagt, dass sie Amethyst Ringe tragen sollten, weil die violette Farbe sie ermutigen würde, sich NICHT zu betrinken. Die Überlieferung und die Legenden sind wahr, doch weil der Wein damals alltäglich und Bestandteil des Gottesdienstes war ist es schwer vorstellbar, dass die Farbe der Ringe einen Einfluss auf die Trinkbereitschaft hatte.

Welche violetten Edelsteine sind angesagt?

Amethyst ist die violette Farbvariante von Quarz und der beliebteste violette Edelstein. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts galt Amethyst als gleichwertig mit Diamant, Rubin oder Smaragd. Bis dann Mitte des 19. Jahrhunderts in Brasilien riesige Amethyst Vorkommen entdeckt wurden, die den Markt zusammenbrechen ließen. Heute ist der Amethyst ein relativ erschwinglicher Edelstein, mit Ausnahme von außergewöhnlich seltenen Steinen aus Russland, auch bekannt als "Deep Russians". 

Saphire zeichnen sich durch eine große Bandbreite an Farben aus. Der Name Fancy Saphir ist eine allgemeine Beschreibung für Saphire, die nicht blau, rosa oder orange sind. Violette Saphire gehören zu den vielen Farben, die mit alluvialen Saphirablagerungen in Sri Lanka und Ostafrika verbunden sind. Obwohl blaue und rosa Saphire gefragter sind, sind große, violette Saphire sehr begehrt. Selbst die kleineren Steine werden wegen ihrer schillernden Farbpalette und ihrer hohen Haltbarkeit geschätzt. Für einen Verlobungsstein sind violette Saphire hart genug, um ein ganzes Leben ihre Schönheit zu erhalten.

Spinell ist der größte Betrüger der Edelsteingeschichte und viele berühmte Edelsteine in Kronjuwelen auf der ganzen Welt sind in Wirklichkeit Spinelle. In Burma, wo einige der schönsten Farben abgebaut werden, wurde der Spinell seit 1600 als eigenständige Edelsteinart anerkannt, aber in anderen Ländern dauerte die Anerkennung über hundert Jahre. Spinell kann in fast jeder Farbe des Spektrums vorkommen, aber die gebräuchlichsten Farben sind Violett- oder Weinrottöne mit Komponenten von Blau und Grau.

Taaffeite ist einer der seltensten und begehrtesten der Sammler-Edelsteine. Er wurde oft wegen seiner Ähnlichkeit in Farbe und Vorkommen als Spinell falsch identifiziert. Lila, Lavendel und bläuliche Taaffitten kommen in den Edelsteinminen von Sri Lanka und Ostafrika in Verbindung mit Spinellen vor und sind in Bezug auf die chemische Zusammensetzung eng mit ihnen verwandt.